100-jähriges Bestehen des Kirchenchors - Evangelische Kirchengemeinde

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2009


Der Evangelische Kirchenchor Langenberg feierte am 13. September 2009  sein 100-jähriges Bestehen!


Bereits in den Jahren 1845/46 hat der Lehrer und Organist Volkening einen kirchl. Gesangverein gegründet. Dieser hat sich aber später mit dem Gesangverein der VG verschmolzen und ist in ihn aufgegangen. Weitere Chöre haben sich im Laufe der späteren Jahre innerhalb der Gemeindearbeit gebildet. Sie wurden vielfach von Lehrern geleitet und probten im Alten Vereinshaus. Sie existierten jedoch oft nur kurze Zeit und es wurden immer wieder neue Versuche gestartet.

Erst 1909 regt die „größere Gemeindevertretung“ lt. Protokoll vom 22. Februar die 'Errichtung eines Kirchenchores'  an. Presbyterium nimmt diese Anregung auf und beauftragt den damaligen Pfarrer Papenbrock, die notwendigen Schritte einzuleiten. Ein konkretes Gründungsdatum ist in den Protokollen nicht verzeichnet. Im September werden Pfarrer Papenbrock und Kirchmeister Wilhelm Hoddick in den Vorstand des Chores entsandt.
Die Gründung liegt also zwischen Februar und September 1909.

Von da an hat der Kirchenchor ununterbrochen bestanden und erlebte eine zum Teil stürmische Zeit. Musikdirektor Gerhard Haase war einer der ersten Leiter des Kirchenchores. Ihm folgte 1911 Musikdirektor Gustav Mombaur. Dieser führte den Chor 42 Jahre lang durch die Zeiten des ersten und des zweiten Weltkrieges sowie der Nachkriegszeiten mit all ihren Schwierigkeiten. Besonders während des „Dritten Reiches“ war die Arbeit stark eingeschränkt und behindert. 1952 ordnete die Gemeinde ihre Arbeit neu und stellte für Chor- und Jugendarbeit Frau Anneliese Keiner (damals Frl. Groß) als hauptamtliche Mitarbeiterin ein. Ihre Nachfolgerin wurde 1957 Frau Magdalene Hennes, die den Chor, mit einer krankheitsbedingten Unterbrechung (1970 - 81) bis 1987 leitete. Die dirigentenlose Zeit hätte fast das endgültige Aus für den Chor bedeutet, hätten sich langjährige Mitglieder nicht von Zeit zu Zeit getroffen und über Abhilfe beraten. Die intensiven Bemühungen des damaligen Vorsitzenden und Presbyters, Herrn Werner Meis, hatten schließlich Erfolg und es konnte mit Herrn Siegfried de Buhr und Heiner Graßt vollwertiger Ersatz gefunden werden.

Auch Pfr. Tschöpe leitete für kurze Zeit den Chor. Unter seiner Leitung sang der Chor am Vorabend des Festgottesdienstes anl. des 250-jährigen Bestehens der Alten Kirche die Kantate Nr. 117 von J. S. Bach „ Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte“, ein Werk, das die ganze Konzentration jedes einzelnen Sängers und jeder Sängerin  erforderte. Die Chorarbeit musste leider immer wieder unterbrochen werden, bis im April 1981 Frau Hennes gesundheitlich wieder im Stande war die Leitung zu übernehmen. Trotz  häufiger Unterbrechungen wegen Dirigentenwechsels ruhte die Chorarbeit nicht völlig, vielmehr beteiligte sich der Chor am gottesdienstlichen Geschehen und gab kleinere Kirchenkonzerte, so am 19. Nov. 1983 bei der offiziellen Einweihung der restaurierten Orgel der Alten Kirche. Im Okt. 1985 beteiligte sich der Kirchenchor am Chortreffen des Kirchenkreises Niederberg und sang mit 7 weiteren Kirchenchören Werke von Schütz, Händel und Bach. Im März 1987 wagte sich der verhältnismäßig kleine Chor an die Aufführung der von Arnold Mendelssohn bearbeiteten Matthäus-Passion von Heinrich Schütz; eine, nach den Kritiken zu urteilende gelungene Aufführung.

Nach dem Ausscheiden von Frau Hennes aus Altersgründen Ende Sept. 1987 übernahm Peter Nowitzki als hauptamtlicher Kantor ab 1. Oktober die Leitung des Kirchenchores.  Bereits nach kurzer Zeit begann eine rege kirchenmusikalische Arbeit, die auch den Chor vor neue Aufgaben stellte. Die von Nowitzki initiierten Nachweihnachtlichen Konzerte begannen für den Chor im Januar 1989 und fanden großen Zuspruch in der Gemeinde. Es kam neben der gemeindeinternen Chorarbeit auch zu einer Zusammenarbeit mit anderen Chören der näheren und weiteren Nachbarschaft, so insbesondere mit dem Nevigeser Kirchenchor zu dessen Abschied von seinem langjährigen Dirigenten, Otto Heinz Krause und zum 100-jährigen Bestehen des Chores im Jahre 1996 gemeinsam gesungen wurde. Die nachbarschaftliche „Gegenleistung“ erfolgte im Jahre 1999 bei unserem 90-jährigen Jubiläum.
Im Dez. 2001 beteiligten sich neben den zahlreich erschienenen Zuhörern und dem Kirchenchor drei „weltliche“ Chöre, der Bürgerhauschor, der Frauenchor „Silcher“ und der MGV 1848 Langenberg am offenen Adventssingen in der Alten Kirche.
Im Sept. 2002  beteiligte sich der Kirchenchor an einem Chor- und Orchesterkonzert dessen Erlös für die Flutopfer des Elbehochwassers in Hitzacker bestimmt war. Bei diesem Konzert sang der Chor u.a. die 1944 in Warschau von Jan Adam Maklakiewicz komponierte polnische „Friedensmesse“, aus der später noch einzelne Teile in Gottesdiensten oder auch zu anderen Anlässen zu Gehör gebracht wurden.

Die evangelischen Gottesdienste und kirchenmusikalischen Veranstaltungen waren nicht  das alleinige Betätigungsfeld des Kirchenchores, sondern auch im oekumenischen Bereich war die Mitwirkung des Chores gelegentlich gefragt. U.a. sang der Chor als nachweihnachtliches Konzert bei der Vorstellung der neuen Orgel von St. Michael im Januar 2003. Neben einigen Gesangssolisten wirkten Mitglieder der 'Sinfonietta concertante Langenberg' mit, deren Mitwirkung der Kirchenchor weitere Male in Anspruch nehmen durfte. Auch das Elisabethstift war in der Vergangenheit und ist bis heute immer wieder 'Gastgeber' für den Kirchenchor. So feiert der Chor fast jährlich  mit den Heimbewohnern deren Weihnachtsgottesdienst und wirkte auch bei der „Elisabethserenade“ im Juni 2003 mit, bei der die Zeit um 500 Jahre, in die Zeit Luthers, zurückgedreht wurde.

Ein weiterer Anlaß für die Mitwirkung des Chores war das 25-jährige Dienstjubiläum seines Leiters Kantor Peter Nowitzki, der zu einem 'Wunschkonzert' am 1. Nov. 2005 eingeladen hatte.
So waren die Anlässe für den Chor meist fröhlicher Natur, aber auch den traurigen  konnte sich der Chor nicht verschließen, wenn z.B. langjährige Mitglieder verstarben und beerdigt wurden.
Die genannten Aktivitäten sind nicht vollzählig erwähnt sondern nur als Beispiele gedacht.

Hauptaufgabe ist und bleibt für den Chor jedoch die liturgisch eingebundene Mitwirkung in den Gottesdiensten.

Hermann Waeger


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