150 Jahre Altes Vereinshaus - Evangelische Kirchengemeinde

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2002

150 Jahre Altes Vereinshaus
- von der Kleinkinderschule zum zentralen Gemeindehaus


Dem Bau des Alten Vereinshauses in Langenberg, Kreiersiepen 7, im Jahre 1852, ging eine Vorgeschichte voraus, die zugleich die Gründung der Kindergärten in Langenberg bedeutet.
Angeregt durch die Diakoniegründungen in Hamburg (Johann Hinrich Wichern) und in Kaiserswerth (Theodor Fliedner) wurde 1837 eine "Kleinkinderschule" in Langenberg gegründet.

In Ermangelung eines geeigneten Raumes wurden die Kinder auf der Kegelbahn der Vereinigten Gesellschaft auf Gartenbänken sitzend zu Weihnachten beschert und weiterhin betreut. Die Zahl der Kinder wuchs ständig und die "Kleinkinderschule" wechselte wegen Platzmangels mehrmals die Räumlichkeiten.

Dies bewog einige Langenberger Fabrikanten über den Bau eines geeigneten Hauses nachzudenken, in dem neben der "Kleinkinderschule" auch die übrigen Vereine der Reformierten Gemeinde Langenberg Versammlungsräume erhalten sollten. So kam es am 5. Juli 1852 zur Grundsteinlegung des Hauses. Die finanziellen Mittel zum Bau stammten zunächst aus einem Kapital, welches die Regierung in den vorhergehenden schwierigen Jahren, durch Erlass vom 8. April1848, den Fabrikanten 'zur Beschäftigung arbeitsloser Leute' in Aussicht gestellt hatte. Auf die Bürgermeisterei Hardenberg, zu der Langenberg gehörte, entfielen davon 2000 Taler.
Für den 10-fachen Betrag, also 20.000 Taler, sollte die Produktion angekurbelt und Arbeiter eingestellt werden. Einige Langenberger Fabrikanten wollten die auf sie entfallende Staatsunterstützung in Höhe von 1600 Taler nicht für sich behalten, sondern sie der Allgemeinheit zu Gute kommen lassen; dies geschah eben durch den Bau eines Hauses, das allen offenstand. Viele größere und kleinere Spenden aus allen Gemeindekreisen wurden zur Finanzierung beigesteuert. Die feierliche Einweihung erfolgte am 2. September 1853.

Den Namen "Vereinshaus" erhielt das Gebäude durch seinen Nutzungszweck, denn alle Gemeindekreise, wie Frauenverein, Missionsverein, Jünglingsverein, Näh- und Mädchenkreise etc. versammelten sich dort regelmäßig. Ein Komitee der Langenberger Fabrikanten, bestehend aus den Herren August Feldhoff, Julius Köttgen und Eduard Colsman, verwaltete zunächst das Haus in eigener Regie und schenkte es am 28. 11. 1859 der Reformierten Gemeinde Langenberg "mit allem An- und Zubehör als ein unveräußerliches Eigentum". Die Schenkung wurde sowohl vom Presbyterium als auch von der 'größeren Gemeindevertretung' dankend angenommen und die Urkunde am 22. September 1860 im Namen Sr. Majestät des Königs von dem Prinzregenten genehmigt.

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